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Warum eigentlich Bausparen

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Warum überhaupt Bausparen?

 

 

Gleich mal vorne weg:

Es gibt eigentlich für einen normal denkenden Menschen, wenn er richtig informiert ist, keinen Grund einen Bausparvertrag abzuschliessen!

 

Gerne möchte ich Ihnen jetzt einen Überblick geben, was ein Bausparvertrag finanziell für Sie bedeutet. Es sind sich doch zu viele Menschen nicht bewusst, wohin ihr Geld bei einer Bausparkasse fließt. Denn statistisch hat immerhin jeder Dritte Deutsche einen Bausparvertrag. Gibt es hierbei vielleicht Parallelen zur PISA Studie?

 

Grundsätzlich gibt es zwei Teilbereiche bei einem Bausparvertrag. Der Bausparer spart sein Kapital an, welches von der Bausparkasse aber nur sehr niedrig mit 1% bis 2,5% verzinst wird. Wenn er nun ein bestimmtes Kapital angespart hat, erhält er von der Bausparkasse sein Kapital plus eine Darlehenssumme ausbezahlt - die Bausparsumme. Auf die Darlehenssumme werden relativ geringe Zinsen erhoben. Beim Abschluss des Bausparvertrages werden die Bausparsumme und die Sparrate, mit welcher der Vertrag bespart wird, festgelegt. Wenn 40% bzw. 50%, je Tarif verschieden, angespart sind, wird geprüft, ob der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Ist er zuteilungsreif, gibt es ein Bauspardarlehen von der Bausparkasse. Der Ansparzins und auch der Darlehenszins, sowie die Bausparsumme und der Sparbetrag werden von Beginn an festgelegt und sind völlig unabhängig vom Zinsniveau des Kapitalmarktes - man kann also hervorragend vorausplanen. Nur die Zuteilung ist nicht hundertprozentig planbar. Die Bausparkasse kann durch Änderungen bei den Zuteilungskriterien die Vergabe von Darlehen beeinflussen. Dies ist ein erheblicher Mangel am Bauspar-System!


Der Staat zahlt jährlich 8,8 % Bausparprämie (Stand 2008) - auch Wohnungsbauprämie genannt - auf die in einem Jahr auf einem Bausparkonto erbrachten Sparzahlungen bis zu einem begünstigten Höchstbetrag von jährlich 512,00 EURO, sofern das zu versteuernde Einkommen nicht über 25.600,00 EURO im Jahr liegt (Alleinstehende). Bei Verheirateten verdoppelt sich der begünstigte Höchstbetrag auf jährlich 1.024,00 Euro und das maßgebliche Einkommen auf 51.200,00 EURO. Der Bausparer muss mindestens 16 Jahre alt, sowie uneingeschränkt steuerpflichtig in Deutschland sein.

 

Soweit klingt das recht gut, oder?

 

Nun kommt die Wahrheit!

 

Die Zinsfalle

Wer Geld in einen Bausparvertrag einzahlt, bekommt auf die Einzahlungen nur geringe Zinsen. Diese liegen im Regelfall zwischen 1% und 3%. Bei Tarifen mit höheren Guthabenverzinsung ist auch der Darlehenszins höher. Beim Bausparen nimmt man also im Hinblick auf das günstige Darlehen Zinsverluste in Kauf, die man mit anderen Geldanlagen, welche höher verzinst werden, erreichen würde. Weniger Zinsen beim Bausparen bedeutet weniger Guthaben auf dem Bausparkonto. Das Bauspar-Darlehen, welches aufgenommen werden muss, ist daher deutlich höher, als wenn man zwischenzeitlich durch eine bessere Geldanlage Eigenkapital aufgebaut hätte.

 

Die Gebührenfalle
Ein Bausparvertrag bringt enorm hohe Gebühren mit sich. Die Abschlussgebühr einmalig - beträgt zwischen 1 und 1,6% der Bausparsumme. Die Betonung liegt auf "Bausparsumme", denn die Gebühren werden nicht auf die Summe der Ansparung berechnet, sondern zusätzlich auf die Summe des noch nicht einmal zugeteilten Darlehens!

 

Die Kontoführungsgebühr beträgt zwischen 10,00 EURO und 20,00 EURO im Jahr.

 

Und das für einen Kontoauszug im Jahr!

 

Dazu kommt dann im Regelfall noch die Darlehensgebühr: bis zu 3% der Darlehenssumme. Zweite Gebühr auf das Darlehen? Diese fällt aber nur an, sobald Sie das Darlehen in Anspruch nehmen. Rechnen Sie mal nach. Dies wirkt sich doch schon wie ein Verlust von ca. 40% im ersten Jahr aus, oder?

 

Die Wartezeitfalle
Zu welchem Zeitpunkt das Bauspardarlehen ausgezahlt wird, steht bei Abschluss des Bausparvertrages überhaupt nicht fest. Es richtet sich nach der wirtschaftlichen Lage der Bausparkasse. Hier sind wir wieder bei der Zuteilung der Bausparverträge und der änderbaren Regeln durch die Bausparkasse.


Je weniger Geld eingezahlt wird, umso länger warten Sie als Bausparer auf Ihr Darlehen. Die Durchschnittswartezeit liegt bei etwa 24 bis 51 Monaten nach erreichen der 40% oder 50%, je nach Tarif und Finanzkraft der Bausparkasse. Da der Bausparvertrag also erheblich davon abhängig ist, immer neue Bausparer zu finden, wird von einigen Fachleuten des Verbraucherschutzes hinter vorgehaltener Hand schon gesagt, es sei das letzte legale Schneeballsystem in Deutschland! Fehlen der Bausparkasse die Neukunden, warten bestehende Kunden leider unumgänglich länger auf ihr Darlehen! Ist das für Sie als Bausparer kalkulierbar?


Die Bausparkassen hatten zum grossen Teil vor der Wiedervereinigung Deutschlands schlechte Bilanzzahlen. Die Rettung kam, weil sich die Neuen Bundesländer in ihrer natürlichen Unkenntnis komplett für die Bausparkassen "erschliessen" liessen. Diese neuen Kundenstämme retteten die Bausparkassen vor dem Schlimmsten. Es stellt sich aber die Frage, was wird in einigen Jahren aus den Bausparkassen, wenn die Neuen Bundesländer komplett "erschlossen" sind?  Wenn ein Bausparer diese Wartezeit gar nicht eingeplant hat und zum Ablauf das vermeintlich sichere Darlehen mit den versprochenen niedrigen Zinsen wirklich braucht? Natürlich hat dafür eine "kompetente" Bausparkasse eine passende Lösung. Die Zwischenfinanzierung.

 

Die Zwischenfinanzierungsfalle

Und schon geht es munter weiter. Dieses Darlehen zur Zwischenfinanzierung erhält der tapfere Bausparer allerdings nur zum aktuellen Zinsniveau des Marktes. Versteht sich von selbst, oder!?! Tappt jemand in diese Falle, kommt es aber noch dicker: Das Darlehen der Zwischenfinanzierung wird, wenn benötigt in Höhe der Darlehenssumme gewährt, bis die Wartezeit vorüber ist. Das bedeutet, der Bausparer hat zwar Kapital im Bausparvertrag angespart, kann darauf momentan allerdings nicht zugreifen, da der Vertrag noch nicht zuteilungsreif ist. Jetzt bezahlt der Bausparer Zinsen für einen Kredit, der sein "gebundenes Eigen-Kapital" im Bausparvertrag ersetzt, den er eigentlich gar nicht bräuchte, wenn er keinen Bausparvertrag gemacht hätte! Klingt komisch, ist aber so.

 

Für wen ist dies wohl ein gutes Geschäft?

Klar, für Vermittler, Banken und Bausparkassen. Für den Bausparer wohl eher nicht! Dies ist aber trotzdem tägliche Praxis!

 

Lesen Sie ruhig was die Bild-Redaktion dazu schreibt:

 

"hier einen Link: BAUSPAR-KOMBIKREDITE"

 

Als Alternative zum klassischen Bausparvertrag bietet sich fondsgebundene Anlagemöglichkeit an. Auch hier kann man Sicherungen einbauen.

 

Folgen Sie mir nun bitte zum sichersten Finanzplatz der Welt, in das Fürstentum Liechtenstein!